Kann man Kunst tan­zen?

Schüler und Studenten tanzen, malen und spielen Theater in der Neuen Galerie.

Für eine 6. Klasse der Carl-Schomburg-Schule fand die Projektwoche in diesem Jahr mal nicht in ihrer Schule, sondern in der Neuen Galerie statt. Dort beschäftigten sich die Kinder auf eine etwas andere Art mit Werken moderner und zeitgenössischer Kunst. Angeleitet wurden sie dabei von Lehramtsstudierenden der Universität Kassel, die mit den Kindern zu den Kunstwerken malten, tanzten oder Theater spielten.

Die Kinder schrieben beispielsweise Geschichten zu der Installation „Isola“ von Mario Merz und entwickelten daraus Schauspielszenen. Eine andere Gruppe erfand einen Tanz zu der Skulptur „Free object d8“ von Antony Gormley. „Die Figur sieht ängstlich aus, so als würde sie sich bei einem Erdbeben unter einem Tisch verstecken“, beschrieb ein Schüler die Skulptur.

Ziel des Projekts unter der Leitung von Prof. Dr. Verena Freytag von der Universität Kassel war es, über kreative Verfahren Spaß an zeitgenössischer Kunst zu vermitteln und Schwellenängste abzubauen. Die Kasseler Künstlerin Maja Oschmann unterstützte die Studierenden dabei mit bildnerischen Verfahren, und Valeska Weber vom Staatstheater Kassel leitete die Gruppe „Schauspiel“. Das Projekt knüpft an die Idee „Abenteuer Museum“ des Kulturamts Kassel an, verschiedene Akteure der Kulturellen Bildung miteinander zu verbinden.

Das diesjährige Projekt war nur möglich durch die Offenheit der Museumsleitung der Neuen Galerie. Denn Kinder und Studenten bewegten sich auf äußerst ungewohnten Pfaden und Arten durch die Ausstellung und so war natürlich Vorsicht geboten. Gesa Wieczorek, wissenschaftliche Volontärin der Neuen Galerie, begleitete dabei das Projekt mit großer Anteilnahme und unterstützte nicht nur mit Hintergrundinformationen zu den Werken.

Fotos: Dominik Scharf